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Stolpersteine auf dem KVR

23.09.2019 – 27.09.2019

Das Dokumentieren und die vielen Fotos sortieren und speichern braucht viel Zeit. Diese Zeit verbringen wir meist in einem gemütlichen Kaffee, denn da wird zum heissen Kaffee und Tee auch WiFi serviert. 



Der zweite lange Anstieg startete angenehm flach entlang am Okanagen Lake und dann ging es wieder 60 km und 800 Höhenmeter hoch. Auf diesem Weg hoch zum Osprey Lake machten wir Mittagspause in Summerland. Denn da hielt auch die alte Dampflokomotive aus dem Jahr 1912, die auf dem Kettle Valley Railway Trail heute noch mit Touristen ein Stück auf dem Gleis fährt. Bei der Summerland Station lernten wir Stefan Lang kennen, welcher Sandwiches und Würste in einem Foodtruck verkauft. Stefan war lange Grenzgänger zwischen Deutschland und der Schweiz, er lebt nun seit ca. 30 Jahren in Kanada. Wir wurden von Stefan mit Kaffee und Würsten verwöhnt. 





Den Weg nach Princeton war immer wieder sehr sandig. Das ging so richtig in die Beine. Daher wechselten wir ab und zu auf die Strasse, die parallel zum Railway Trail führte. Die Sonne schien uns endlich wieder einmal einen ganzen Tag lang ins Gesicht und den Abend konnten wir am Feuer geniessen! So ein Feuer bringt viel gutes mit sich! Es wärmt und trocknet und es ist nie gleich! Wir sitzen jeweils einfach da und schauen der Glut und den Flammen zu. Das ist so zu sagen unser Feuer-TV! 😉





Der Weg auf dem KVR war immer wieder sehr sandig oder steinig oder gar nicht mehr vorhanden. Flüsse oder Hänge liessen da ihre eigenen Kräfte wirken. Da mussten wir das ganze Gepäck vom Bike nehmen, auf die andere Seite tragen und wieder aufs Bike binden. Da diese Stellen eigentlich immer gut zu Fuss passierbar waren, liessen wir uns da nicht gross aus der Ruhe bringen. Im Vergleich zum Elk Pass war das halb so wild! 🙂





Nach acht Tagen haben wir die ganze Strecke des Kettle Valley Railway Trails abgestrampelt. Die 500 km haben uns am Schluss doch noch einige Nerven und Kräfte gekostet. Vor allem zwischen Brookmere und Hope war die Strecke dem Namen nicht würdig. Hätten wir gewusst, in welchem schlechten Zustand der Trail da ist, wären wir wohl früher auf dem Highway gelandet. Was uns aber immer wieder positiv stimmte, war der Regen, der ab und zu eine Pause einlegte und der Sonne ein wenig Platz machte. Aber auch, dass wir doch noch so viele Kilometer auf den Railway Trails anstelle der Highways abgespult haben und das bis zum Schluss durchziehen konnten. Und auch die vielen verschiedenen warmen Farben, die zur Zeit hier in BC zu sehen sind, stimmten uns immer wieder positiv. Der Herbst ist definitiv auch in den Bäumen und Sträuchern zu sehen.









In Hope haben wir uns bei Nat, Sonja und Maya unterbringen lassen und wurden sogar bekocht! Auch Emilie aus Québec und ihr australische Freund Geraint sind mit ihren Bikes unterwegs nach Vancouver. So haben wir zu siebt den Abend mit einem guten Abendessen, Bier und Billard verbracht. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle der Familie Bakers für den schönen Abend und die warme Dusche! Wir haben es bei euch sehr geniessen dürfen.



Heute sind wir bis nach Mission weitergeradelt oder besser gesagt geflogen. Die vielen Kilometer auf Gravel liessen unsere Kräfte wachsen und wir kamen sehr gut voran auf dem Highway 7 in Richtung Vancouver.



Und wieder einmal haben wir schöne Begegnungen erleben dürfen. An der Tankstelle kurz vor Mission machten wir eine längere Pause, um den starken Regen vorbeiziehen zu lassen. Da fingen wir mit Jean an zu plaudern, der auf dem Land ausserhalb von Mission in seinem selbstgebauten Haus wohnt. Er wollte uns auf irgend eine Weise helfen um uns wahrscheinlich den Regen etwas erträglicher zu machen. Er lud uns zu sich nach Hause ein oder bot uns an, uns nach Mission zu fahren. Doch uns ging es eigentlich ganz gut. Die Westküste ist fast schon erreicht und da wir bis jetzt alles mit eigener Kraft gemeistert hatten, wollten wir das auf den letzten Metern nicht noch ändern. Wir wollten nur nicht klitschnass werden und nahmen uns die nötige Zeit, bis die Wolken vorübergezogen sind. Jean war schon fast ein wenig enttäuscht und bot uns dann Pizzas an, die in der Tankstelle verkauft werden. Wir nahmen das Angebot sehr gerne an und merkten, welche Freude er hatte, uns auf diese Weise unterstützen zu können. Und als dann sogar noch der Tankstellenmitarbeiter uns eine warme Schokolade anbot, hüteten wir uns vor einem «Nein, danke!» =)



Noch 66 km liegen morgen vor uns und dann sind wir an der Westküste von Kanada! Die Vorfreude ist gross und wir sind gespannt wie es wird, mit einem Fahrrad in eine solch grosse Stadt wie Vancouver zu fahren. Und dann heisst es dann endlich wieder: «Richtung Süden!»

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3 Comments

  1. Noelie September 29, 2019

    Salut dir zwöi Guete!
    Jaja, Zyt vergeit..d Bletter wärde gäub, s wird cheuter, d Bei straffer und dr Bart wird lenger 😉
    Gseht geng no nachemne tolle Abentüür us…mängisch hert, drfüür geng ume ä Entlöhnig.
    Witerhiin guets Velöölä! 😉

    • admin September 30, 2019 — Post Author

      Salutti Noelie
      Ja du, und dr Herbst schmöckt ir Nasa do fascht glich wia ir Schwiiz! =) Genau, dä Bart nimmt langsam Form ah gell?=)
      Ja mir erlebend grosses Kino da! Hend uu Freud, dass mers bis da ad Küsta gschafft und immer na Freud dra hend.
      Danka vielmol! Mer hend uuh Freud an dina Nachrichta und Mails!

      Liabi Grüass und Kuss,
      Aurelia und Tom

  2. Boss-Steiner Regula Oktober 1, 2019

    Hallo Ihr zwei Lieben!
    Echt spannend, Euer Abenteuer daheim mitzuverfolgen und die tollen Fotos zu geniessen!
    Ich hoffe, Ihr habt noch nicht zuviel Hornhaut am Hintern!? :-))
    Für Eure weitere Reise wünsche ich Euch ganz viel Spass und ordentlich Muckis in den «Wadli»!! 🙂
    Härzlechi Grüess, Regula

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