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Ankommen

10.04.20 – 19.04.20

Die Reise zurück in die Schweiz haben wir und die Fahrräder unbeschadet hinter uns gebracht. Die Zwischenlandung in Costa Rica war etwas mühsam und dauerte deutlich länger als angenommen. Alle Passagiere mussten dort aussteigen und nochmals durch eine Sicherheitskontrolle hinter sich bringen. Wir mussten dabei im Flughafen Schutzmassnahmen wie Mundschutz und zwei Meter Abstand einhalten und weil die Sitzordnung durcheinander geriet, herrschte beim Boarding ein kleines Chaos. Wir hoben daher ca. 40 Minuten später ab. Die Flugbegleiter behielten die Nerven fast bis zum Schluss. Nach der ca. siebten Bitte, sich irgendwo hinzusetzen, wurden sie dann verständlicherweise schon etwas stinkig. Dieses kleine Chaos liess die Zeit schnell vergehen und brachte uns zum schmunzeln. =)







Nach der Landung verabschiedeten wir uns von unseren neuen Freunden Carlos und Charlotte, die mit dem belgischen Botschaftsgesandten einen Bus für die Weiterreise bestiegen. Wir hingegen entschieden uns, die Reise von Kloten nach Graubünden mit unseren Fahrrädern in Angriff zu nehmen. So packten wir diese aus, zogen alle Schrauben wieder an und machten uns mit einem etwas eigenartigen Gefühl auf den 17 km langen Weg zum Greifensee.





Einige Leute schauten uns mit fragendem Blick an, andere begrüssten uns freundlich. Als wir dann bei einer Jugendherberge, die ein Zelt auf der Wiese hatten, nachfragten, ob auch wir unser Zelt für eine Nacht bei Ihnen aufstellen dürften, wurden wir ziemlich kühl und mürrisch abgewiesen. Willkommen zurück in der Schweiz!

Bei einer Waldhütte haben wir dann ein verstecktes Plätzchen mit einem Brunnen und Feuerstelle gefunden. Das frische Wasser vom Brunnen hat so richtig gut geschmeckt. Aber auch die eingekauften Pasta mit feinem Reibkäse und Osterschokolade aus der Migros liessen keine Wünsche offen.









Unser zweiter Tag startete mit der Fahrt durch das Zürcher Oberland mit dem Ziel: Bad Ragaz. Auf dem Weg dorthin waren die Berge am Walensee früh in Sicht. Diese Region, die wir schon so oft mit dem Auto durchquerten, haben wir auf dem Fahrrad mit ganz anderen Augen zu sehen bekommen. Die Aussicht und der sonnige Tag tat unserem Gemüt sehr gut. Schon am frühen Nachmittag fuhren wir in Sargans ein. Ein spontaner Besuch machten wir bei Onkel Beat und Anneliese und liessen uns da in seinem Garten mit dem empfohlenen Abstand auf einen z’Vieri einladen. Ein schönes Wiedersehen, das mit einer Mitfahrt von Beat bis nach Bad Ragaz endete.









Bis nach Fideris zur Familie Hitz hatten wir an unserem dritten Tag nur noch 27 km vor uns. Auf dem Weg über Malans machten wir einen kurzen Halt bei Dani, Andy und Robin. Auf Distanz plauderten wir über die spezielle Situation in der Corona-Zeit, die uns alle betrifft. Ein solches Heimkommen mit dieser Distanz und Unsicherheit brachte ein mulmiges Gefühl mit sich.

Und dann wurden wir auch noch überrascht. Plötzlich ruft Tom’s Vater an und fragte, wo wir gerade seien. Er sei in Landquart und würde uns gerne die Skischuhe von Tom bringen. Denn diese brauchten wir, um in die Hütte in den Fideriser Heubergen zu kommen.



Es war auch nicht einfacher, als die Familie Hitz sowie die Eltern von Aurelia in Fideris nach den acht Monaten vor uns standen. Einander nicht umarmen zu können, liess einige Nasen rümpfen. Trotzdem war es schön, diese doch so vertrauten Gesichter vor sich zu haben. Das Wiedersehen dauerte nicht lange und wir sassen mit Ski & Fell im Auto und fuhren in den Fideriser Heuberg hoch, um da die empfohlene Quarantäne zu verbringen. Wir genossen während einer Woche die hübsche Hütte, die noch verschneiten Bündner Berge und der doch so gute Schweizer Käse! =) Viel Zeit hatten wir, zu realisieren was in den vergangenen Tagen geschehen war und was alles auf uns zu kommen wird.





Das war schon etwas eigenartig mit den Tourenskiern an den Füssen den Berg hoch zu laufen. Vor einer Woche lagen wir noch bei 33 Grad unter guatemaltekischen Palmen. An diese erinnerte uns das einzige Flugzeug, das den blauen Himmel in dieser Woche kreuzte. Dem Gemüt tat diese Aussicht und die Ruhe mehr als nur gut. Die Sonne zeigte sich dabei von der besten Seite und liess unsere Gesichter schnell erbräunen.



















Am Ende der Woche bekamen wir dann von unseren Gastgebern Besuch. Mit der Familie Hitz machten wir uns auf in Richtung Strassberger Fürggli. Für die kleineren unter uns war das dann bis wieder zur Hütte eine ziemlich grosse Runde. Die dort wartende Schokolade spornte dann die müden Beine umso mehr an.







Wie es mit uns weiter gehen wird, wussten wir noch nicht so genau. Eine Arbeit zu finden stand nach dem Besuch von Tom’s Familie im Berner Seeland auf unserer Liste. Doch zuerst hiess es: Fahrräder beladen und ab in den Westen der Schweiz!

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1 Comment

  1. Falko Juni 28, 2020

    Hallo Ihr Zwei,
    schön, dass Ihr gesund und munter in Europa angekommen seid.
    Wir hatten uns in Whitehorse getroffen – wir sind mit unseren Rädern nach Norden gefahren, Euch zog es in Richtung Süden.
    Ich wünsche Euch, dass Ihr den Coronavirus zuhause aussitzen und dann die Tour wieder aufnehmen könnt. Und vielleicht sitzen wir dann wieder im gleichen Flieger.

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