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Silberstadt in Guerrero, Puebla’s REnnradfahrer und bergige Aussichten in Oaxaca

09.02.2020 – 24.02.2020

Unser nächstes Ziel war die Silberstadt Taxco, die in den Hängen vom Bundesstaat Guerrero auf 1700 m ü. M. liegt. Die hügelige Gegend von Valle de Bravo über Temascaltepec sowie Texcatitlan hielt unseren Puls bis nach Taxco immer wieder hoch. Wir fuhren wieder durch eine ziemlich fruchtbare Gegend: Avocados und Pfirsiche hingen links und rechts der Strasse an den Bäumen. Tom wagte es und schnappte sich einige Avocados.













In Taxco angekommen, fühlten wir uns ein wenig wie in Italien: warme Temperaturen, weisse VW-Käfer-Taxis, enge Gassen, grosser Markt und guter Kaffee! Doch am häufigsten haben wir die Schmuckläden angetroffen.















Die Abfahrt von Taxco hinunter nach San Jose Vista Hermosa liess uns noch heissere Temperaturen erahnen. Denn der Fahrtwind bliess uns warm ins Gesicht und wir kamen trotz wenig Tretarbeit so richtig ins Schwitzen.



Kurz nach Acatlan überholte uns Samuel auf seinem schnellen Rennrad. Mit diesem jungen Mann haben wir uns während dem Fahren unterhalten. Eine schöne Begegnung, die mit einem kurzen Tausch von Aurelias Bike und seinem Rennrad endete. Samuel konnte sich relativ knapp auf dem schwer beladenen Bike halten und dieses den Berg hoch bringen. Aurelia fühlte sich gleichzeitig wie im siebten Himmel und genoss das leichte Rennrad unter ihrem Hintern. Für Beide war das eine tolle Aktion.





Kurz vor Ciudad Oaxaca haben wir unsere Hängematten bei Marcos und Carolina aufhängen dürfen. Diese beiden guten Seelen haben wir über die RACmex WhatsApp-Gruppe kennengelernt. Sie haben uns viele nützliche Tips für die Stadt mit auf den Weg gegeben. So machten wir uns auf in die Stadt Oaxaca. Da warteten nicht nur ganz viele Köstlichkeiten oder die Ruinen der Hauptstadt der Zapoteken auf dem Monte Alban, sondern auch Anja, Aurelia’s Freundin aus den PH-Zeiten auf uns. Mit ihr erkundeten wir die Stadt abends mit den Fahrrädern. Viermal wöchentlich wird eine solche 8 km lange Tour zusammen mit Einheimischen, Reisenden und passender Musik wie «Girls just want to have fun» von Cyndi Lauper. Spass machte es definitiv und wir bekamen dabei hübsche Gassen zu sehen.





















Die mexikanische Küche wird abwechslungsreicher und günstiger, je mehr wir uns in den Süden des Landes bewegen. Im Bundesstaat Oaxaca, der für seine grosse kulinarische Vielfalt bekannt ist, ging es auf dem Teller kunterbunt zu und her. Wir haben uns zu Beginn unserer Zeit in Mexiko mit vielen Tacos, Quesadillas und Papas Rellenas versorgt. Mittlerweile können wir aber auch Tortas, Tamales, Tlayuda, Mole oder auch Chapulines (für uns als Kostprobe =)) zu unserer mexikanischen Speisekarte zählen. Auch die mexikanischen Getränke wie Atole oder die vielen verschiedenen Agua Frescas haben es uns angetan. Neben dem vielen Wasser, das wir trinken müssen, sind das bei uns beliebte Durstlöscher geworden.

Hier eine kleine Übersicht, die die genannten Gerichte und Getränke genauer erklärt. Wir beschreiben sie hier so, wie wir sie serviert und erklärt bekommen haben. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig! =)

  • Taco: Tortilla wahlweise aus Mais oder Mehl, die mit unterschiedlichem Fleisch, gehackten Tomaten und Zwiebeln (Pico de Gallo), Koriander sowie verschiedenen Saucen angeboten wird.
  • Papa Rellenas: zerstampfte Kartoffel mit Rahm, Käse, Bohnen und wahlweise Fleisch
  • Mole: dickflüssige Sauce mit vielen vielen verschiedenen Zutaten mitunter Schokolade, Tomaten, Zwiebeln und Erdnuss, die meist zu Poulet oder Truthahn serviert wird. Sie gibt es in unterschiedlichen «Farben» wie negro, amarillo, verde, rojo oder coloradito.
  • Torta: warmes Sandwich mit unterschiedlichen Beilagen wie Spiegelei, Schinken, Käse, Tomaten, Zwiebeln, usw.
  • Tamales: süsser oder salziger Maisteig mit Gemüse, Fleisch oder Früchten, der in Maisblätter eingewickelt wird
  • Tlayuda: knusprige Tortilla, die mit Käse, Bohnen, Kohl und wahlweise Fleisch belegt wird
  • Elote: Maiskolben, der mit Mayonnaise, milder und geriebener Käse, Chilisalz und Limette bestrichen und bestreut wird.
  • Chapulines: Heuschrecken, die mit Limette und Salz angeboten werden
  • Atole: Heissgetränk, das durch das lange Kochen von Mais, hergestellt wird
  • Agua Fresca: ein gekühltes und gesüsstes Getränk, das es mit verschiedensten Früchten wie zum Beispiel Orange, Limette, Apfel, Kiwi, Hibiskusblüte (Jamaica) oder Reis (Horchata) gibt









Wir kamen seit langem wieder einmal in den Genuss eines Fahrradwegs, der uns raus aus der Stadt führte. Beim dicksten Baum der Welt endete dieser und wir kamen ins Staunen. Der Arbol del Tule ist eine mexikanische Sumpfzypresse, wird bis zu 1600 Jahre alt geschätzt und hat in der Nähe des Bodens einen Durchmesser von 58 Metern.





Obwohl es nicht ganz auf unserem Weg nach San Cristobal de las Casas lag, haben wir den Weg nach San Lorenzo Albarradas zum Hierve el Agua in Angriff genommen. Dort gibt es ein «versteinerter» Wasserfall, mit Wasser gefüllte natürliche Felsformationen sowie eine wunderbare Aussicht auf die Berge zu geniessen. Auf dem Weg dorthin fuhren wir immer wieder an Brennereien von Mezcal vorbei. Dieser Schnaps der aus der Agave gewonnen wird, ist hier in jeder Ecke zu finden. Dieser Spass Hierve el Agua hiess für uns 40 km und einige Höhenmeter zusätzlich, doch wie die Bilder zeigen, hat es sich unserer Meinung nach gelohnt!













In San Pedro Topolapa haben wir uns wie kleine Fürsten gefühlt. Im hübschen Oktogon des Palacio Municipio durften wir unsere Hängematten spannen. Dieses Schmuckstück eines Schlafplatzes für Biker und Wanderer haben wir auf der App IOverlander entdeckt. Sogar eine kalte Dusche wurde uns angeboten, die wir bei den mittlerweile heissen Temperaturen gerne angenommen haben. Die ca. 100 Meter weit entfernte Hochzeit hat die Nacht musikalisch unterstrichen und so unsere Schlafzeit etwas verkürzt. =)





Die Nächte wurden immer wärmer. So haben wir unser Zelt nicht mehr so häufig ausgepackt und spannten stattdessen unsere Hängematten. So auch auf dem Schulareal im kleinen Dorf El Cozul, am See bei Santa Maria Jalapa del Marqués, von wo aus wir die Berge von unten her wieder zu Gesicht bekamen. Der Sprung in den See tat uns so gut, denn das Garmin zeigte an diesem Tag eine Lufttemperatur von 48 Grad Celsius an. Ob das wirklich stimmt, sind wir nicht so sicher. Am Abend machte Tom mit all dem herumliegenden Müll und Holz ein Feuer, das uns an die tollen Schlafplätze in Kanada erinnerte. Wieder machte uns diese Verschmutzung von einem solch schönen Ort zu denken.







Die Strecke von Juchitan nach Union Hidalgo war eine der übelsten bisher. Unglaublich viel Abfall am Strassenrand und in den Bäumen war zu sehen. Ein Grund dafür waren die mit Müll beladenen Lastwagen, die auf dem Weg zur Mülldeponie viel von ihrer Ladung durch die starken Winde verlieren. Durch die Hitze wurde der Gestank von all diesem Dreck noch unangenehmer als er sonst schon war.



Die Emotionen bei solchen Anblicken sind immer sehr intensiv. Der Anblick solcher Gegenden macht uns traurig, sehr nachdenklich aber auch wütend zugleich. Diskussionen über das Konsumverhalten von den Einheimischen, aber auch das Verhalten von uns, helfen diese Emotionen zu verarbeiten. Auch wir produzieren hier Abfall, der genau auf solchen Mülldeponien landet. Das obwohl wir darauf achten, möglichst auf Plastiksäcke, Becher oder PET-Flaschen zu verzichten. Wir versuchen in kleinen Dingen den Müll möglichst gering zu halten. Unsere Zahnbürsten aus Plastik haben wir mittlerweile gegen solche aus Bambus ausgetauscht. Unsere Duschseife und unser Shampoo (beides als Trockenseife) kaufen wir unverpackt auf dem Markt und wenn wir einen Saft oder einen Kaffee zum Mitnehmen kaufen, lassen wir unsere Tasse auffüllen. Aurelia putzt ihre Nase mit Stofftaschentücher, die noch ihre Grossmutter benutzte.

Wir produzieren jedoch immer noch viel Abfall. Wasser transportieren wir zwar in unseren Trinkflaschen und im Wasser-Bag von Ortlieb, doch 1.5 Liter PET-Flaschen benutzen wir immer noch. Auch Lebensmittel wie Pasta, Tomatensauce, Cookies, manchmal auch Joghurt oder Getreideriegel kaufen wir nur schon aus hygienischen aber auch aus praktischen Gründen verpackt. Hinzu kommt, dass das Angebot von unverpackten Lebensmitteln in kleinen Dörfern sehr klein oder gar nicht vorhanden ist.

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1 Comment

  1. Laura März 15, 2020

    Wahnsinnig schöni Fotos – abgseh vo de müllbeladene Strasse natürlech… Tönt sehr idrücklech!
    Häbet Sorg ?

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