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Next Stop: USA

06.10.-16.10.2019

Kanada liegt hinter uns. Wir haben da viele schöne Orte entdecken und geniessem können! Auf den Strassen und Wegen aber auch in unserem Zelt fühlten wir uns fast immer sehr sicher. Nur wenige Trucks liessen uns kurz ein wenig aufschrecken. Und nur einmal waren wir in der Nacht etwas besorgt, als ein Kanadier um unser Zelt spazierte, und seinen Rapp sang. Diese fast zehn Wochen in Kanada waren für unser Abenteuer ein perfekter Start. Viele hilfsbereite, tolle und offene Menschen wie Brian, Marie & David, René & Daniele, Roman, Familie Tarves, Chris & Moni, Rachel & Jane, Dougal, Masha & Oleg, Conrad & Susan und viele viele weitere haben diesen Start so toll gemacht! Wir sind sehr dankbar für all diese Begegnungen. Denn auf Reisen sind diese so wertvoll und bereichernd. Man findet immer wieder neue Freunde und verlässt sie viel zu schnell wieder. Und trotzdem wäre das Reisen kaum so interessant ohne sie. 

Wir hatten dort oben in Whitehorse nicht wirklich eine Ahnung, was es heisst, als Tourenfahrer unterwegs zu sein. Aber wenn man die Zusammenfassung der Fahrtage anschaut, sieht man, dass wir diese Art von Reisen mögen müssen! 

Gesamte Strecke in Kanada: 4138 km

Gesamtzeit dafür (ohne Pausen): 277 h 13 min

Total überwundene Höhenmeter: 35 000 m 

Durchschnittliche Geschwindigkeit: 15 km/h

Maximale Geschwindikeit: 69.3 km/h

Pannen: Eine Schraube beim  Schalthebel und eine Speiche bei Aurelia, eine Speiche und Lichthalterung bei Tom 

Meist gestellte Frage von Tom: Hä, was hesch xeit?

Meist gesagter Satz von Aurelia: Muasch lüüter reda! 

Die meist gestellten Fragen an uns: How are you doing? Where are you going to?

Denn es geht weiter! Wir waren beide gespannt auf die USA. Wie ticken die Leute da? In welchem Zustand sind die Strassen? Ist der Kaffee da auch so «speziell» wie im Tim Horton’s? Als wir in Port Angeles ohne Probleme einreisen konnten und losradelten, haben wir keine grossen Unterschiede bemerkt. Nur die Schilder «Private Property» fanden wir in jeder Einfahrt und bei noch so kleinen Lichtungen am Strassenrand. Und als wir bei einem Anwesen das Schild «No Trespassing, I own a Shotgun» entdeckten, fuhr uns das schon ein wenig unter die Haut. Aber auch als wir die Fahnen mit «Selection 2020 Trump» oder «The biggest Enemy in the States: The Democrates» wehen sahen, merkten wir schnell, da wird nicht an politische Zurückhaltung gedacht.



Unser erstes Ziel war Seattle. Die grösste Stadt bisher, die für ihren Regen, Starbucks und Grey’s Anatomy bekannt war für uns. Doch sie hat noch viel mehr zu bieten. Die Space Needle sticht einem bei der Anfahrt schnell ins Auge und die hohen Gebäude der Downtown waren trotz trüber Aussicht bei der Anfahrt mit der Fähre ziemlich beeindruckend. Da wurden wir schon ein bisschen nervös, in so einer grossen Stadt mit den Bikes unterwegs zu sein! 



Die Stadt empfang uns mit dem bekannten Regen. Macht nix, denn in dieser Stadt war die Auswahl von warmen, trockenen Kaffees mit guten Bohnen genug gross! Und als wir dann vor einem Outdoorladen ein Feuer vorfanden, konnte Aurelia sich sogar da nochmals aufwärmen. Denn Tom hat eine Schwäche für Geschäfte wie MEC oder REI und ist da jeweils Feuer und Flamme! 😉 Doch gross Shoppen konnte er wegen unserem fehlenden Platz in den Taschen ja nicht wirklich! Benzin und ein zweites Schloss für das Bike musste da den Shoppingdurst stillen. Ein warmes Bett haben wir bei Conrad und Susan gefunden. Tom hat auch Conrad im Dourand Glacier Chalet kennengelernt. So haben wir die grosszügige Gastfreundschaft von ihm und seiner Frau Susan geniessen dürfen. Sie wohnen in einem über 100 Jahre alten Haus. Für amerikanische Verhältnisse sei das sehr alt, so Conrad. Und die Aussicht auf den Lake Washington und auf die verschneiten Berge waren toll! 







Ein Tag in der Stadt mit viel Sonne und vielen vielen Eindrücken. Vor allem die freundlichen Menschen haben uns in dieser riesen Stadt überrascht. Wir haben eher eine gewisse Anonymität erwartet. Doch im Stadtbus grüsste man sich und beim Aussteigen bedankten sich die Leute beim Chauffeur. Etwa so wie im Postauto nach Riggisberg oder Fideris. 













Um etwas zurückzugeben, haben wir für Conrad & Susan gekocht. Da musste für Tom natürlich Fleisch her. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend mit Cordon Bleu, Cordon Aubergine und gutem Wein. We say thank you Conrad and Susan again for your hearty host. We felt very welcome and enjoyed your beautiful house. Especially Tom loved to cook in your kitchen! 🙂 Take care and hopefully see you soon in Switzerland. 




Der Weg bis zum Highway 101, welcher dann der Westküste entlang geht, nahmen wir von Seattle über Bremerton, Shelton und Montesano. Andere Tourenfahrer haben schon in Kanada von den vielen State Park Campgrounds geschwärmt. Gratis Duschen, richtige Toiletten und günstigere Preise für Biker und Wanderer soll es da geben. Ja dann mal los zum ersten State Campground und zwar zum Twanoh State Park. Die Campingplätze für die Biker sind da zwischen dem Strand und der Strasse. Ja da sind Träume mit Trucks im Zelt nicht ganz unwahrscheinlich. 🙂





Wir wollen unsere Reisekasse immer wieder etwas schonen und wild campieren. Daher planten wir den nächsten Stop in Artic. In diesem kleinen Dorf, das am Highway 101 liegt und wo wir so ziemlich nichts erwarteten, fanden wir  aber dieses hübsche Pub mit der tollen Bardame und ihrem tauben Hund Buttons auf, die Fahrradfahrer herzlich empfangen! Da konnten wir dem Camping für 15 Dollar und dem Bier nur schlecht widerstehen. Auch Eric, der an diesem Tag seine Reise von Seattle nach San Diego mit dem Bike startete, erging es wohl ähnlich.



Listige Tiere wie Waschbären haben es auf den State Park Campgrounds einfach, wenn es um leichte Beute geht. So auch im Cape Disappointment State Park Camp. Passt man kurz einmal nicht auf oder lässt gar seine Lebensmittel unbeaufsichtigt liegen, sind da diese Diebe rasch vor Ort und bedienen sich ungefragt! Darum gilt für uns immer noch: Taschen mit Lebensmittel aufhängen oder in Foodlocker einschliessen.



Über die Astoria-Megler Brücke wurde an diesem Tag, an dem wir dort hinüberfahren wollten, ein Lauf organisiert. Die Brücke wurde daher für 3h gesperrt. Entweder wartete man diese Zeit ab oder man fuhr den Umweg von 100 km. Bis wir bei der Brücke waren, dauerte es nur noch eine halbe Stunde, bis der Polizist das OK gab und die Brücke für den Verkehr wieder öffnete. Wir durften ca. fünf Minuten früher losfahren und hatten so die ganze Brücke für uns alleine. So viel zur Geschichte, wie wir die Grenze zwischen den beiden Staaten Washington und Oregon überquerten. 



Der Highway 101 hat mal einen breiten Seitenstreifen, mal einen sehr schmalen oder auch gar keinen. Daher ist das Fahren mit den Bikes nicht immer ganz für schwache Nerven. Aber immer wieder wird man mit einer unglaublich schönen Aussicht auf die Küste und den Pazifik belohnt. Das holt jeweils den Puls ziemlich rasch wieder hinunter. 











Schlechtes Wetter wurde uns von vielen Leuten vorausgesagt. So auch von Yvonne und Guido aus Zürich. Diese beiden sind seit 1.5 Jahren mit ihrem Toyota Land Cruiser in Europa, USA und Kanada unterwegs und wollen, wie wir Mittel-& Südamerika bereisen. Sie haben wir vor dem North Face Outlet in Lincoln City kennen gelernt. 

Und das schlechte Wetter ist nach einigen trockenen Tagen auch eingetroffen. Bereits in der Nacht sammelten sich einige Liter Wasser um unser Zelt. 



Starker Regen und heftiger Wind machte uns das Treten in die Pedale schwer. Die geplanten 80 km von Newport bis nach Florence haben wir in einer Pfütze ertränkt und gönnten uns für 47 Dollar eine Yurt. Hier drin ist es trocken, warm und vor dem starken Wind sind wir ebenfalls gut geschützt. Die Zeit nutzten wir wieder einmal für das Tagebuch und den Blog sowie das Speichern und Sortieren unserer Fotos. Ein Spaziergang zum Strand in einer Regenpause konnten wir aber nicht sein lassen.



Und den Abend haben wir mit einer Gruppe Frauen verbracht. Sie haben uns zum Dessert in ihre Yurt eingeladen. Wir erzählten von unserer Reise und sie von ihrer Leidenschaft zu Pilzen. Denn sie sind auf der Jagd nach essbaren aber auch nicht essbaren Pilzen, die sie am Wochenende an einer Pilzausstellung zeigen wollen. Ein lustiger Abend den wir im Trockenen und Warmen geniessen konnten.

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3 Comments

  1. Ursina Oktober 19, 2019

    Zum Glück hender bi da Panna nid gschriba: Eine Schraube bei Aurelia ;-). Immer schön weiter treten! Hug :-*

  2. Patrick Angehrn Oktober 20, 2019

    Lese immer sehr gerne eure Berichte und geniesse die Bilder… So schön und mega, was ihr alles erlebt. Bin ziemlich neidisch?. Gniessets und witerhin gueti Fahrt, wenig Sturm, viel Sunneschyn und cooli Begägnige!

  3. Beat Schmidlin Oktober 20, 2019

    Ja, jetzt sid ihr in dä Staate, das Land mit dä unbegränzte Möglichkeitä. Muess mä jetz eueri Föteli und Bricht unter trampweit sueche?

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